Fragen und Antworten zum Leben der Bienen, zu Honig und Qualität
- Hat jeder Pate ein „eigenes“ Bienenvolk?
- Ich sehe auf Ihren Bildern Wabenrähmchen, aber Sie schreiben von natürlichem Wabenbau?
- Wie geht es Bienenvölkern, die nicht von einem Imker betreut werden, sondern "wild" leben?
Hat jeder Pate ein „eigenes“ Bienenvolk?
Antwort: Nein, wir können keinem Paten ein bestimmtes Volk zuordnen. Die Patenschaft betrifft allgemein die Bienenvölker, die im Rahmen der Ausbildungs- und Forschungsarbeit von Mellifera e. V. betreut werden. Mit dem relativ kleinen Geldbetrag für eine Patenschaft ist die umfangreiche Arbeit, die wir pro Volk haben, nicht zu finanzieren. Auch das Verhältnis einer Anzahl Paten pro Bienenvolk ist nicht zu benennen. Es ist sehr unterschiedlich, wieviel Aufwand in die Betreuung eines Volkes geht. Wir hatten schon Forschungsprojekte, bei denen die Anzahl der Bienen, Drohnen, Bieneneier, Larven etc. im Volk jede drei Wochen geschätzt wurde. Dabei ist an ein Bienenvolk ein enormer Zeiteinsatz gebunden. Bei anderen Fragestellungen, wie zum Beispiel der Entwicklung von neuen Bienenwohnungen, reicht die sorgfältige imkerliche Beobachtung mit weniger Zeitaufwand.
Ich sehe auf Ihren Bildern Wabenrähmchen, aber Sie schreiben von natürlichem Wabenbau?
Antwort: Es sind drei Dinge zu unterscheiden: 1. Stabilbau, das ist ein von den Imkern oft "Wildbau" genanntes Wabenwerk, das die Bienen in einen beliebigen Hohlraum an Decke und Wand fest anbringen. Die Waben sind unbeweglich – „stabil“. Es handelt sich um einen Naturwabenbau. Naturwabenbau ist aber auch im Wabenrähmchen möglich. 2. Mobilbau: Das bewegliche Rähmchen wurde vor etwa 150 Jahren erfunden und hat sich weltweit in Zusammenhang mit der Mittelwand durchgesetzt. Das ist eine Wachsplatte mit Zellprägung, die beim Laien durch die gerollten Kerzen bekannt ist. Diese Wachsplatte wird mit einem Draht im Rähmchen befestigt und beschleunigt und kontrolliert die Bauaktivitäten des Volkes. 3. Mobiler Naturwabenbau: Das ist eine Entwicklung, die wir propagieren. Dabei wird am oberen Holz des Rähmchens ein ca. 2 cm breiter Wachsstreifen angebracht. Er gibt die Richtung der Wabe vor. Was aber die Bienen bauen und wie, bleibt ihnen überlassen. Die regelmäßige Wabe auf dem Bild in unserem Prospekt zeigt, was der Imker heute kaum glauben kann: so regelmäßig kann der von ihm "Wildbau" genannte Naturwabenbau aussehen.
Wie geht es Bienenvölkern, die nicht von einem Imker betreut werden, sondern "wild" leben?
Antwort: Es hat Versuche gegeben, in denen Bienenvölker (ca. 200 Stück) in Bienenkästen weitestgehend sich selbst überlassen wurden. Obwohl genügend Nektar und Pollen zur Verfügung standen, konnten die Völker wegen der Varroamilbe nicht überleben. Nach zwei Jahren waren 99 % der Bienenvölker tot. Oft ist auch das Nektarangebot so gering, daß die Bienen nicht in der Lage sind, sich einen ausreichenden Vorrat für den Winter und das zeitige Frühjahr anzulegen, und ohne ein Zufüttern des Imkers verhungern würden.
